Volles Haus beim Unternehmertreffen 2021 in Neunkirchen

4. Oktober 2021


Die Transformation in der Automobilindustrie und wie die Branche und Industrie auf die Herausforderungen des Strukturwandels reagieren stand im Mittelpunkt des von automotive.saarland veranstalteten Unternehmertreffen der saarländischen Automobilindustrie 2021 in der Gebläsehalle in Neunkirchen. Sprecher der Veranstaltung waren Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Maxim Hantsch-Kramskoj, Vice President Sales & Marketing des High-Tech-Unternehmens SVOLT und Sara Gielen, stellvertretende Werkleiterin der Ford-Werke Saarlouis.

 

„Der begonnene Strukturwandel in der Automobilindustrie betrifft das Saarland in besonderem Maße. Umso mehr ist es im saarländischen Interesse, dass wir diese Verkehrswende zu einem Erfolg machen“, so richtete sich Ministerpräsident Tobias Hans einleitend mit einem Statement an die Führungskräfte des wichtigsten Industriezweiges im Land. „Wir an der Saar haben Erfahrung mit strukturellen Veränderungen in der Wirtschaft und wissen, wie man diese erfolgreich und zukunftsgerichtet meistert. Insbesondere auch mit Blick auf die Veränderungen im Automobilbereich setze ich mich daher besonders dafür ein, dass wir die hervorragenden Strukturen, über die wir im Saarland hierzu verfügen mit unseren erstklassigen Forschungseinrichtungen weiter vernetzen. Alternative, schadstoffarme Antriebe, digitale und smarte Technologien, sowie künstliche Intelligenz und vernetzte Produktion werden weiter enorm an Bedeutung gewinnen. Ich bin mir sicher: Das Auto der Zukunft wird nicht nur klimafreundlich sein, es wird auch digital und vernetzt sein. Das Saarland hat die Strukturen, das Potential und die Innovationsstärke, diese Entwicklungen maßgeblich mitzuprägen. Dafür steht unsere Forschung, unsere zahlreichen Start-Ups und unsere Automobilindustrie.“

 

In ihrer Keynote zeigte Hildegard Müller auf, wie die deutsche Automobilindustrie mit Innovationen bereits heute Treiber der klimaneutralen Mobilität ist: „Deutschland will bis 2045 klimaneutral werden. Die deutsche Autoindustrie setzt dieses Ziel engagiert um und treibt die Transformation mit Investitionen und Innovationen voran. Bis 2025 investieren die Unternehmen rund 150 Mrd. Euro in E-Mobilität, neue Antriebe und  Digitalisierung. Wir sind Europameister bei der Elektromobilität, drittgrößter Produzent von Elektrofahrzeugen weltweit und die deutschen Hersteller haben ihre Marktanteile bei Elektrofahrzeugen in allen großen Regionen ausgebaut. Allein in Europa entfällt mehr als die Hälfte aller Elektro-Neuzulassungen auf deutsche Hersteller. Bis Ende 2023 werden die deutschen Hersteller etwa 150 E-Modelle im Angebot haben."“.

 

Der Batteriehersteller SVOLT zählt zu den vielversprechenden Neuansiedlungen im Saarland. Entsprechend groß war das Interesse der Teilnehmer an dem Vortrag von Maxim Hantsch-Kramskoj, der vorstellte, welche Pläne und Erwartungen das Unternehmen mit seiner Ansiedlung verbindet: „Die Elektromobilität zukunftsfähig, kosteneffizient und langlebig zu machen – das ist unsere Mission bei SVOLT und unsere Vision für das Saarland. Der Austausch mit den Kollegen und Kolleginnen der Automobilindustrie vor Ort in Neunkirchen war inspirierend. Er bestärkt uns auch darin, unsere Batterien unentwegt zu verbessern und noch leistungsstärker sowie ressourcenschonender zu machen. Mit der geplanten Ansiedlung von SVOLT bringen wir innovative Technologien und Produkte ins Saarland und unterstützen damit aktiv den Struktur- und Mobilitätswandel – auch über die Grenzen des Landes hinaus.“

 

Ebenso interessiert verfolgten die Besucher des Unternehmertreffens die Ausführungen von Sara Gielen. Sie erklärte die Elektrifizierungsstrategie des Konzerns, die im Einklang mit der Weiterentwicklung der Belegschaft steht: „Neben der Umsetzung unserer Pläne zur Transformation unseres Geschäfts in Europa fördern wir Wandel auch in Bezug auf unsere Unternehmenskultur und unsere Arbeitsweisen. Wir wiederholen unser Bekenntnis zu Diversität, Gleichstellung und Inklusion“. Ford produziert seit 51 Jahren in Saarlouis Fahrzeuge. 

 

Ein weiterer Programmpunkt der Veranstaltung war die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung von automotive.saarland-Leiter Dr. Pascal Strobel mit Yaojun Xu, dem Direktor der CIIPA (China International Investment Promotion Agency), der Wirtschaftsförderungsagentur des chinesischen Handelsministeriums in Deutschland. „Ein guter Anschluss an den größten Automobilmarkt der Welt, China, ist für den saarländischen Automobilstandort von besonderer Bedeutung“, begründet Pascal Strobel die Vereinbarung. „Viele Teilnehmer des Unternehmertreffens haben chinesische Gesellschafter oder führen Niederlassungen in China. automotive.saarland will durch die Zusammenarbeit mit dem CIIPA das Potenzial des chinesischen Marktes für das Saarland noch besser erschließen“. Die Wirtschaftsförderungsagentur saaris, bei der automotive.saarland angesiedelt ist, sondiert derzeit weitere Bereiche, in der eine Zusammenarbeit mit der CIIPA Chancen für das Saarland bietet.

 

Neben den Vorträgen der Automobilexperten besuchten die Teilnehmer auf dem Jahrestreffen des Netzwerks der saarländischen Automobilindustrie einen vielseitigen Ausstellungsbereich mit interessanten Unternehmen, Start-ups und Forschungsstellen, die neue Technologien und erfolgversprechende Innovationen präsentierten. Mit dabei waren CTC advanced, Culimeta Automotive, INNOCISE, K-Lens, META-LEVEL, Neways, SurFunction, MECS, ZeMA, Audimus, Dorucon, Tradex, Coatinc PreGa und Schliessmeyer.

 

„Unsere großen Konzerne im Land ebenso wie mittlere und kleinere saarländische Zuliefererunternehmen investieren bereits intensiv in die Entwicklung neuer Produkte, um auch in künftigen Märkten erfolgreich zu sein“, so Pascal Strobel. „Das Geld für diese Vorleistung wird aus dem bestehenden Tagesgeschäft erwirtschaftet. Die Herausforderung ist deshalb zugleich die Wettbewerbsfähigkeit hinsichtlich Produktivität und Qualität auszubauen und den Markt mit seinen Erfordernissen vorauszudenken und sich vorzubereiten“.


Hintergrund:

Entsprechend einer Erhebung von automotive.saarland werden im Saarland derzeit 42.500 Automobilbeschäftigte in 265 Betrieben gezählt. Diese erwirtschaften jährlich 16,5 Milliarden Euro. Zudem gibt es 20 Forschungsstellen im Land, die für die Branche neue Technologien erforschen und entwickeln.