thyssenkrupp plant Konzernteilung

22. Oktober 2018


Die saarländischen Automobilwerke thyssenkrupp Gerlach in Homburg und thyssenkrupp System Engineering in Wadern sollen im Zuge einer Konzernaufteilung den künftigen Bereichen thyssenkrupp Industrials und thyssenkrupp Materials zugeordnet werden. Die Teilung in zwei unabhängige Unternehmen verbinde industrielle Logik mit den Anforderungen des Kapitalmarkts und sei wirtschaftlich tragfähig, so der Konzern.

 

thyssenkrupp Industrials werde aus drei Einheiten bestehen: Aufzuggeschäft, Automobilzulieferergeschäft und Kernanlagenbau. Während die Einheit Aufzüge in ihrer heutigen Aufstellung unverändert bleibe, werde die Einheit Components Technology auf das Automobilgeschäft konzentriert. Die Großwälzlager (Bearings) und das Schmiedegeschäft (Forged Technologies) sollen aus dem Bereich ausgegliedert werden. Neu hinzu komme der Bereich System Engineering, der z.B. Produktionsstraßen für Autos baut und bisher bei Industrial Solutions angesiedelt ist. Damit werde die Automobilkompetenzen in einem Bereich gebündelt. Die dritte Säule der Industriegeschäfte werde in Zukunft der fokussierte Kernanlagenbau sein. thyssenkrupp Industrials werde demnach ein reines Industriegüterunternehmen.

 

Der andere Teil – thyssenkrupp Materials – bestehe dann aus den folgenden Einheiten: Werkstoffhandel Materials Services, dem 50-Prozent-Anteil an dem künftigen Stahl-Joint-Venture, den Großwälzlagern, dem Schmiedegeschäft sowie dem Marinegeschäft. Damit entstehe ein Werkstoffkonzern, der die Stahl- und Edelstahlproduktion, den Materialhandel sowie die stahlnahe Weiterverarbeitung vereint, über eine führende Marktposition in Europa verfüge und aus einer Position der Stärke heraus auch Konsolidierungschancen nutzen könne.

 

thyssenkrupp im Saarland in beiden Bereichen tätig

Die Kurbelwellen-Schmiede Thyssenkrupp Gerlach in Homburg mit rund 700 Mitarbeitern wird nach der Aufspaltung des Industriekonzerns künftig zu dem Bereich „Materials“ gehören. Thyssenkrupp System Engineering mit einem seiner Standorte in Wadern, in dem über 1.100 Mitarbeiter tätig sind, zu dem Bereich „Industrials“. In Wadern werden unter anderem große Presswerkzeuge und Anlagen zum Verschweißen von Automobilkarosserien hergestellt.

 

Über die Teilung muss die Hauptversammlung der thyssenkrupp AG noch entscheiden. Dies könnte in 12 bis 18 Monaten geschehen.