Saarländische Automobilindustrie trifft sich in Saarbrücken

„Mobilität von morgen realisieren“ lautet das Thema beim Unternehmertreffen von automotive.saarland am Mittwoch, den 20. März 2019 in der IHK des Saarlandes (Franz-Josef-Röder-Straße 9). Auf dem Programm stehen Vorträge von VDA-Präsident Bernhard Mattes, Michael Hankel, Mitglied des Vorstands der ZF Friedrichshafen AG, und dem ISDERA Geschäftsführer Stefan Peters. Ministerpräsident Tobias Hans richtet sich mit einem Grußwort an die wichtigste Branche im Land. Neben den spannenden Vorträgen der Automobilexperten präsentieren sich auf dem zentralen Jahrestreffen der saarländischen Automobilindustrie 20 Aussteller mit ihren Produkten und Dienstleistungen.

 

19. März 2019


Als Schlüsselbranche der Saar-Wirtschaft ist es von entscheidender Bedeutung für die Zukunft des Standortes, dass die Fahrzeugindustrie den technologischen Strukturwandel hin zum emissionsfreien Fahren erfolgreich bewältigt: „Die Automobilbranche ist eine ganz entscheidende Säule unserer leistungsfähigen Saarwirtschaft und ein wichtiger Taktgeber für Innovationskraft und Exportstärke der Wirtschaft in unserem Bundesland. Produkte und Technologien ‚Made in Saarland‘ rund ums Automobil finden Abnehmer in der ganzen Welt. Darauf können die saarländischen Automobilunternehmen und die vielen Beschäftigten der Branche stolz sein. Ich bin mir sicher, dass das Saarland für den anspruchsvollen Weg zu einer führenden Automobilregion der Zukunft bestens gerüstet ist. Die Strukturen und das Potential des Saarlandes können sich schon heute weltweit sehen lassen“, betont Ministerpräsident Tobias Hans.

 

Die Themen der Veranstaltung sind für die Unternehmen der Branche von hoher Bedeutung, denn die Automobilindustrie steht vor einem großen Transformationsprozess und dem Fernziel emissionsfreier Mobilität. In diesem Umfeld sieht Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), die deutsche Automobilindustrie als Innovationsmotor, die ihre Chancen nutzen wird: „Deutsche Hersteller und Zulieferer investieren in den nächsten drei Jahren 40 Mrd. Euro in alternative Antriebe und verdreifachen ihr Angebot an E-Fahrzeugen auf 100 Modelle. Der Schwerpunkt liegt hierbei in der Entwicklung und Produktion von batterie-elektrischen und Plug-in-Hybrid-Modellen. Das hat auch direkten Einfluss auf das Saarland, das sich in den vergangenen Jahrzehnten in bemerkenswerter Weise von einer Montanregion zu einem der wichtigsten Automobilstandorte in Deutschland gewandelt hat. Konzerne wie Bosch, Schaeffler oder ZF, die alle einen Produktionsstandort im Saarland führen, sind wichtiger Bestandteil der deutschen Automobilindustrie, die Spitzenreiter bei alternativen Antriebspatenten ist: Weltweit kommt jedes dritte Patent im Bereich Elektromobilität und Hybridantrieb aus Deutschland. Sie investiert zudem 18 Mrd. Euro in das vernetzte und automatisierte Fahren.“

 

Dass Digitalisierung und Elektrifizierung Wegbereiter moderner Mobilität sind, beschreibt Michael Hankel, der im Vorstand der ZF Friedrichshafen AG unter anderem für Produktion, Pkw-Antriebstechnik und E-Mobility verantwortlich ist, in seinem zukunftsweisenden Vortrag. ZF ist mit rund 9.200 Beschäftigten der größte Arbeitgeber im Saarland und investiert dort in den nächsten Jahren 800 Millionen Euro in eine hocheffiziente Hybrid-Automatgetriebe-Produktion. „Hybridantriebe mit einer gesicherten elektrischen Reichweite von 80 bis 100 Kilometern sieht ZF als eine wichtige Säule des Pkw-Antriebs in den kommenden Jahren“, sagt Michael Hankel. „Mit ihnen können wir den Menschen eine komfortable, sichere und vor allem auch bezahlbare individuelle Mobilität ermöglichen, die dazu beiträgt, den Verkehr emissionsärmer zu gestalten.“

 

Einen starken Einfluss auf die weitere Entwicklung in der Mobilität hat auch China als mit Abstand größter Automobilmarkt der Welt. Welche Erwartungen der Sportwagenbauer ISDERA hat, zu dessen Kunden mit WM Motor einer der erfolgreichen E-Fahrzeugproduzenten im Reich der Mitte zählt und der seinen Unternehmenssitz zwischenzeitlich im Saarland hat, berichtet Geschäftsführer Stefan Peters. „Seit fast 40 Jahren baut ISDERA hochinnovative Fahrzeuge und ist gleichzeitig Dienstleister in der Automobilindustrie. Der neue, rein elektrisch angetriebene Commendatore GT zeigt viele Elemente, wie wir in naher Zukunft Auto fahren werden – in Europa und in China“ so Stefan Peters.

 

Als aktuelle Erfolgsmeldung gibt automotive.saarland-Leiter Dr. Pascal Strobel während des Unternehmertreffens den Bau einer öffentlichen Wasserstoff-Tankstelle in Gersweiler nahe der A620 bekannt. Die Standortentscheidung wurde möglich durch zahlreiche Absichtserklärungen für die Anschaffung eines Wasserstoff-Fahrzeuges aus dem Netzwerk der saarländischen Automobilindustrie. „Wasserstoff und Brennstoffzelle sind auch im Saarland ein Thema, das an Bedeutung gewinnt. Unternehmen wie Bosch, Hydac und Moehwald, aber auch Forschungsgruppen der htw saar und der Universität des Saarlandes, sind gute Beispiele wie innovationsstark wir an zukunftsgerichteten Themen arbeiten“, so Pascal Strobel. Mit dem Bau der Tankstelle will das Betreiberkonsortium H2 MOBILITY Deutschland im Sommer beginnt.


Ansprechpartner

Dr. Pascal Strobel

Leiter Netzwerk automotive.saarland

Tel.: 0681 9520-492

Fax.: 0681 5846125

E-Mail: pascal.strobel@saaris.de