Neunkircher Autozulieferer Eberspächer mit neuer Unternehmensstruktur auf dem Weg nach oben

16. Mai 2017


Die Talsohle des Neunkircher Automobilzulieferers Eberspächer ist durchlaufen. Die Saarbrücker Zeitung schreibt: „Unter dem Strich weist die Bilanz für das vergangene Jahr ein Ergebnis von 61 Millionen Euro aus. Eberspächer hat damit das Verlustjahr 2015 hinter sich gelassen, als eine Kartellbuße von mehr als 80 Millionen Euro zu einem Minus von rund 29 Millionen führte. Die Erlöse blieben nach Jahren starken Wachstums weitgehend stabil: Sie gingen um 1,1 Prozent auf 4,32 Milliarden Euro zurück - vor allem wegen geringerer Nachfrage in Nordamerika nach Abgastechnik-Produkten für Nutzfahrzeuge. Für das laufende Jahr rechnet der geschäftsführende Gesellschafter, Martin Peters mit einem leichten Anstieg von Umsatz und Gewinn“. Ab 2019 hofft die Unternehmensleitung auch in Neunkirchen wieder Gewinne einzufahren. Personell möchte der Konzern die Zahl der Beschäftigten nach dem Abbau nun halten. 1500 Mitarbeiter arbeiten in Neunkirchen. Weltweit steigerte Eberspächer 2016 seine durchschnittliche Belegschaftszahl um über 5% auf 9063. 452 neue Arbeitsplätze kamen im global agierenden Konzern hinzu.

In den letzten Jahren durchlief Eberspächer ein umfassendes Sanierungsprogramm und stellte für die Zukunft neue Weichen: Die kostenintensive Ersatzteilproduktion wird ins Ausland verlegt werden. Die Produktion im Saarland wird an einem Standort in Neunkirchen konzentriert. Schwerpunkt wird der Bau komplexer Abgas-Anlagen in hoher Stückzahl sein. Kleine Chargen und einfache Produkte werden in Osteuropa produziert werden. Ein neues Werk plant der Zulieferer in diesem Jahr noch in Portugal. Weitere Werke in China und Mexiko könnten folgen.

In welche Technologien wird Eberspächer mittelfristig investieren? In der SZ ist zu lesen: "Der Markt für Abgas-Anlagen wird in den nächsten Jahren weiter wachsen", ist Baumann überzeugt. Denn in vielen Ländern werden die Abgasnormen verschärft, und Hybridautos benötigen noch komplexere Abgasreinigungstechnik als Fahrzeuge mit klassischem Verbrennungsmotor. Allein in Neunkirchen würden jedes Jahr rund 20 Millionen Euro investiert, sagte Peters. Im ganzen Unternehmen waren es im vergangenen Jahr 131,4 Millionen Euro. 

Auch in die F&E der Elektromobilität und Fahrzeugelektronik plant Eberspächer zu investieren.