Neues saaris-Format automotive.buyer&supplier gut gestartet

Ein neues Format der beiden saaris-Netzwerke automotive.saarland und dem Enterprise Europe Network (EEN) sowie dem Bundesverband Materialwirtschaft Einkauf und Logistik (BME Saar) ging erfolgreich zu Ende. 440 Anmeldungen aus 28 Ländern zeigten, wie groß das Interesse der Automobilindustrie ist, an solchen Kooperationsbörsen teilzunehmen.

 

22. Dezember 2020


Die Stillstände und Ressourcenengpässe in der europäischen Automobilindustrie aufgrund der Corona-Pandemie haben verdeutlicht, wie anfällig Lieferketten sein können. OEM´s und Zulieferer beschäftigen sich aktuell mit neuen strategischen Fragestellungen, wie eine stabile Versorgung gerade auch mit größter Flexibilität erreicht werden kann. Es gilt, geeignete Modelle und Partner zu finden, die proaktiv und vorausschauend auf mögliche Veränderungen in der Versorgung reagieren und damit stabile Prozesse vor Ort sicherstellen können.

Dr. Pascal Strobel, Leiter automotive.saarland: „Wo andere größer sind, ist das Saarland schneller“

Die virtuelle Kooperationsbörse wurde unterstützt durch die im Interreg-Projekt Pôle Automobile Européen (PAE) zusammengeschlossenen, benachbarten Automobilcluster in Frankreich, Luxemburg, Belgien und Rheinland-Pfalz und gab mehreren hundert Unternehmen aus der gesamten Automobilbranche die Gelegenheit, sich zu vernetzen. Dr. Pascal Strobel, Leiter des Netzwerkes automotive-saarland, nutzte die Gelegenheit und stellte in seiner Begrüßungsrede die automobilen Kompetenzen des Saarlandes heraus. Ein besonderer Vorteile dabei sei seine Flexibilität: „Wo andere größer sind, ist das Saarland schneller“. Leistungsfähige und erfahrene Unternehmen arbeiteten eng und intensiv mit exzellenter Forschung an Innovationen und zukunftsfähigen Mobilitätslösungen. Der Bevollmächtige des Saarlandes für Innovation und Strategie Ammar Alkassar sprach vom Saarland als einem von drei europäischen Hotspots für die Automobilwirtschaft. „Große Unternehmen wie Daimler und ZF betreiben hier Standorte, weil sie wissen, wie erfahren und leistungswillig die Fachkräfte in der Großregion arbeiten“.

Parts Europe gewinnt PRODPILOT Grand Prix mit effektivem Lean-Management

Im Rahmen der Veranstaltung vergab das Produktivitätskonsortium PRODPILOT unter dem Motto „Bewusstsein für Produktivitätspotentiale in Unternehmen schaffen“ den Grand Prix der Großregion. PRODPILOT geht zurück auf das INTERREG-Projekt „Produktivitätspilot für die KMU der Großregion“ und verfolgt das Ziel, klein- und mittelständische Unternehmen in der Großregion durch ausgewählte Prozessinnovationen bei der Steigerung ihrer Produktivität zu begleiten. So sollen Arbeitsplätze gesichert werden. Nominiert werden insbesondere innovative Projekte. Gewonnen hat den Preis 2020 die rheinlandpfälzische Firma Parts Europe: Der Distributor von Zubehör, Ersatzteilen und Bekleidung für Motorräder, Quads/ATVs, Jetski und Snowmobilen hatte sich mit einem traditionellen, internen Lean-Management beworben. Auf Anhieb schaffte das durchführende Team in mehreren Workshops Effizienzsteigerungen und Prozessoptimierungen von 25-250% beispielsweise bei Reifenentladungen oder Gefahrgütern.

Positives Echo von Teilnehmern und Veranstaltern

Das neue Format Automotive Buyer&Supplier hatte auch aus Sicht von Carine Messerschmidt, Leiterin des saarländischen EEN, einen guten Start: „Mit Beginn der Corona Pandemie und durch den Fokus der EU-Kommission auf das Thema Digitalisierung, haben sich die traditionellen Kooperationsbörsen des EEN verstärkt in den Online Bereich verschoben. Wir sind seit Jahren sehr aktiv in der „Sector Group Mobility‚“ in der sich EEN-Kollegen aus europäischen Regionen mit einer starken Präsenz im Automobilbereich regelmäßig austauschen und zusammenarbeiten. Sie haben uns bei der Akquise tatkräftig unterstützt, wie Sie sehen, mit großem Erfolg“.
Auch der Vorstand der BME Saar, Andreas Gehring, freute sich über den Erfolg des ersten Online-Matchings: „Wir hatten ganz interessante virtuelle Treffen mit vielen Anknüpfungspunkten für weiterführende Gespräche. Das ging durch das Online-Format schnell und effizient. Eine gelungene Veranstaltung“. Und auch die Teilnehmer gaben ein durchweg positives Feedback. So wie Helene Stork-Zimmermann, Vertriebsleiterin der Tosch Präzisionsteile GmbH in Püttlingen: „Eine in allen Punkten überzeugende und gelungene Veranstaltung. Die zahlreichen Gespräche waren zielführend und es konnten erste Kontakte zu neuen Geschäftspartnern im In- und Ausland etabliert werden. Schon kurz nach dem Ende des Online-Matchmakings erreichte uns die erste Anfrage eines potentiellen Neukunden“. Marc Spörl von den Dillinger Bartz-Werken fand die Veranstaltung ebenfalls sehr gelungen: „Es gab sehr viele Teilnehmer aus unterschiedlichen Ländern und somit auch diverse Ansatzpunkte für Kooperationen bzw. zur Zusammenarbeit in die ein oder andere Richtung. In Zeiten von Corona, in denen die Reisetätigkeiten sehr eingeschränkt sind und in denen derzeit auch keine internationalen Messen stattfinden können, hilft eine Veranstaltung wie die automotive.buyer&supplier Kontakte zu knüpfen und Geschäfte einzuleiten. Die geführten Gespräche waren durchweg sehr konstruktiv und interessant, es wird sich nun in den nächsten Wochen und Monaten zeigen, ob es zu engeren Geschäftsbeziehungen kommen wird. Wir sind hier guter Dinge“.

Dr. Marc Schöneich, CEO von der INNOCISE GmbH, war bei der Veranstaltung dabei und nutzte die Möglichkeit, sich lokal und gleichzeitig grenzüberschreitend auszutauschen. Mit einem weiteren teilnehmenden Start-Up-Unternehmen, das auf den ersten Blick keine gemeinsamen Interessen aufwies, konnte der junge Unternehmer auf Augenhöhe kommunizieren. „Eine gute Plattform für einen Austausch“, so sein Resumée. Britta Hilt, geschäftsführende Gesellschafterin Marketing & Vertrieb von IS Predict zur Veranstaltung: „Die virtuelle Messe automotive.buyer&supplier hat es uns ermöglicht, sehr effizient neue Kontakte zu knüpfen und auch direkt zu prüfen, ob mögliche Anknüpfungspunkte bestehen. Sehr professionelle Vorbereitung und Durchführung! Einen Dank an das saaris-Team und den BME – gerne wieder!“