IHK: Saarkonjunktur stabilisiert sich auf niedrigem Niveau

Die Konjunktur an der Saar hat sich laut der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes über den Jahreswechsel weiter stabilisiert. Das seien die Signale der Unternehmen zu ihrer aktuellen Geschäftslage und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate.

 

28. Januar 2020


Danach verharrten die Lageeinschätzungen der Betriebe mit 17,2 Punkten in etwa auf dem Vormonatsniveau, während sich die Aussichten zum vierten Mal in Folge leicht verbessert haben. Der Erwartungsindikator stieg um 0,8 Punkte, liegt aber mit minus 4,6 Zählern weiterhin im negativen Bereich. „Die konjunkturelle Lage ist im Saarland nach wie vor zweigeteilt. Während die Industrie es weiterhin mit der stockenden Weltkonjunktur zu tun hat, profitieren breite Teile der Dienstleistungswirtschaft von der robusten Verfassung des Arbeitsmarktes und der guten Einkommensentwicklung. In der Industrie zeichnen sich allerdings allmählich Besserungstendenzen ab: Die Unternehmen schätzen ihre Aussichten nicht mehr so ungünstig ein wie im Vormonat. Positiv ist auch die Annäherung im Handelsstreit USA/China. Alles in allem erwarten wir im Verlauf der kommenden Monate eine leichte Wachstumsbeschleunigung.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen die Ergebnisse der Januar-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit gut 120.000 Beschäftigten beteiligten.

 

Insgesamt bewerten derzeit 33 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 51 Prozent mit befriedigend und 16 Prozent mit schlecht. Rund laufen die Geschäfte nur noch in der Medizintechnik. Im Ernährungsgewerbe, in der Elektroindustrie, in der Gummi- und Kunststoffindustrie, bei den Gießereien, bei den Herstellern von Metallerzeugnissen, im Stahlbau, im Maschinenbau, in der Bauwirtschaft und in weiten Teilen des Fahrzeugbaus ist die Lage überwiegend befriedigend. In der Stahlindustrie bleibt die Lage angesichts der fortgesetzten Erosion der Margen und der verhaltenen Nachfrage im Automotive-Bereich weiterhin angespannt.

 

Die konjunkturellen Auftriebskräfte sollen auch in den kommenden Monaten eher gedämpft bleiben. Insgesamt rechnen neun Prozent der Unternehmen mit besseren, 78 Prozent mit gleich bleibenden und 13 Prozent mit schlechteren Geschäften. „Mit Blick auf die verhaltenen konjunkturellen Aussichten in ganz Deutschland und das nach wie vor fragile weltwirtschaftliche Umfeld sollte die Bundesregierung jetzt die binnenwirtschaftlichen Wachstumskräfte stärken. Dazu zählen vor allem steuerliche Entlastungen der Unternehmen. Erste Schritte hierzu wären die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlages sowie eine deutliche Senkung der EEG-Umlage und der Stromsteuer“, so Klingen.