Eberspächer steigert Konzernumsatz

Die in Neunkirchen/Saar mit einem Produktionswerk niedergelassene Eberspächer-Unternehmensgruppe hat im Geschäftsjahr 2017 ihren Konzernumsatz um 3,6 Prozent auf 4.480,9 Mio. Euro erhöht.

 

14. Mai 2018


„Eberspächer wächst erfolgreich global. Wir erzielen unseren Umsatz inzwischen zu fast 70 Prozent im Ausland. Großen Anteil daran haben Abgasreinigungstechnologien. Sie sind und bleiben sehr gefragt, auch im Zuge strengerer Emissionsnormen weltweit“, bilanziert Martin Peters, Geschäftsführender Gesellschafter. Die Fortsetzung der positiven Ergebnisentwicklung konnte allerdings insbesondere durch Abschreibungen und höhere Personalaufwendungen nicht erfolgreich realisiert werden. Der Konzernjahres-überschuss lag mit 52,5 Mio. Euro unter dem Vorjahr (61,0 Mio. Euro). Positiv entwickelten sich Maßnahmen zur Optimierung von Beschaffungsprozessen und Vorratsmengen. Diese verbesserten den Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit (+9,1 Prozent). Den Fokus auf neue Technologien in der Unternehmensgruppe verdeutlicht der um über sechs Prozent gestiegene Aufwand im Bereich Forschung und Entwicklung auf 156,5 Mio. Euro (Vorjahr 147,3 Mio. Euro). Die Zahl der Mitarbeiter stieg im Jahresdurchschnitt auf 9.489 Mitarbeiter (+4,7 Prozent) und zeigt die globalen Aktivitäten des Zulieferers: Mit 4.942 Beschäftigten im Ausland ist der Auslandsanteil erstmals in der über 150-jährigen Firmengeschichte höher als die Mitarbeiterzahl in Deutschland. Weltweit schuf Eberspächer 426 neue Arbeitsplätze.

 

Für das laufende Geschäftsjahr und die Folgejahre blickt Peters zielgerichtet nach vorn: „Bei einer guten Auftragslage arbeiten wir konsequent an der Steigerung unserer Effizienz und verstärken unsere Innovationsaktivitäten gezielt.“ Dazu wurde in 2017 der Bereich „Business Innovation“ geschaffen und intern ein Kulturwandel angestoßen. „Eberspächer hat ein Innovationsgen – dieses fördern wir intensiv, um Produkte für eine saubere, komfortable und sichere Mobilität anzubieten“, so Peters weiter. Das Unternehmen plant seine Aufwendungen für neue Technologien für Fahrzeuge mit klassischen und alternativen Antrieben zu erhöhen. Für das Jahr 2018 erwartet Eberspächer Umsätze auf hohem Niveau und ein Plus im Ergebnis.

 

Investitionen in neue Werke

Der internationale Wachstumskurs der in 29 Ländern ansässigen Unternehmensgruppe mündete im vergangenen Jahr in weitere neue Standorte. Neben dem Neubau und der Eröffnung eines Werkes für Pkw-Abgastechnik in Portugal (Tondela), erfolgten Erweiterungen in China (Schanghai, Zhangjiakou, Taizhou und Tianjin), der Slowakei (Nitra), Mexiko (Monterrey) sowie in Hermsdorf (Thüringen). „Wir investieren gezielt in unsere weitere Internationalisierung sowohl in Entwicklungs- als auch Produktionskapazitäten und sind inzwischen weltweit an rund 80 Standorten vertreten“, betont Martin Peters.

 

Umsatz mit Abgassystemen weiter steigend

Im Jahr 2017 stieg in der größten Division Exhaust Technology der Umsatz um 4,0 Prozent auf 3.931,0 Mio. Euro. Dieser Zuwachs ist insbesondere auf höhere Kundenabrufe für Nutzfahrzeug-Abgastechnologien in Europa sowie Wachstum auf dem chinesischen Automobilmarkt zurückzuführen. Immer strengere Emissionsvorschriften und dadurch komplexere Abgasreinigungssysteme in Volumenmärkten bieten mittelfristig erhebliches Potenzial. „Für diese Märkte konnten wir neue Kunden gewinnen und neue Produkte einführen, wie den 2017 in Serie gegangenen Ottopartikelfilter für Benzinfahrzeuge oder motornahe SCR-Systeme für Dieselfahrzeuge“, ergänzt Peters zur positiven Entwicklung des Geschäftsbereichs.

 

Thermomanagement-Lösungen auf Vorjahresniveau

Die Division Climate Control Systems erzielte mit 495,3 Mio. Euro einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Die Umsätze mit brennstoffbetriebenen Heizungen in der Pkw-Erstausrüstung der Automobilhersteller stiegen leicht, ebenso die Aktivitäten mit Tochterunternehmen und Handelsvertretungen im Ausland. Ein Plus verzeichnete der Umsatz mit Bus-Klimasystemen, unter anderem mit Produkten für Elektro-Busse, die bereits in mehreren europäischen Städten im Einsatz sind. Um Thermomanagement-Lösungen insbesondere für Fahrzeuge mit Hybrid- und Elektroantrieb zu bieten, wurden die Aktivitäten für elektrische Fahrzeugheizungen intensiviert. In China erweiterte dieser Bereich die Kapazitäten für neu gewonnene Aufträge und erwarb in Hermsdorf ein Grundstück, auf dem 2018 ein neues Werk für die Fertigung keramischer Elemente entsteht.

 

Fahrzeugelektronik mit steigenden Umsätzen

Mit einer Umsatzsteigerung von 17,1 Prozent auf 54,6 Mio. Euro schloss die Division Automotive Controls das Geschäftsjahr ab. Dazu trug insbesondere die Erstkonsolidierung der Gesellschaft Eberspaecher Vecture Inc. bei, die Batteriemanagement-Systeme für Industrieanwendungen und Medizintechnik fertigt. „Wir sehen große Chancen in diesem Geschäftsbereich. Im vergangenen Jahr konnten wir unseren Auftragsbestand deutlich erhöhen und Kunden mit neuen Produkten, die beispielsweise zur Sicherheit im autonomen Fahren beitragen, überzeugen“, so Peters zu den Perspektiven in der Fahrzeugelektronik. Zum Produktportfolio zählen Elektronikanwendungen für sichere Bordnetze, Energiespeicher und Hochvolttechnik.