Cybersecurity Day: Wie funktioniert Computersicherheit in der betrieblichen Praxis

Im Mittelpunkt des Cybersecurity Days, den saaris, das East Side Fab und weitere Partner organisiert hatten, standen die Herausforderungen und Chancen in verschiedenen Branchen. Ein Thema von großer Relevanz, denn die Angriffe von Hackern auf Hard- und Software nehmen stetig zu und werden zunehmend komplexer.

 

29. Juni 2021


Beim Cybersecurity Day am 24.06.2021 machten zahlreiche Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft in ihren Vorträgen klar, wie notwendig eine Auseinandersetzung von Unternehmen mit dem Thema Cyber Sicherheit ist.  Eine Paneldiskussion in der zweiten Hälfte der ganztägigen Veranstaltung zeigte deutlich, wie nahe jedes Unternehmen, egal welcher Größe, am Thema Cyber Security dran ist, welche regulatorischen Anforderungen im Fall eines Angriffs gelten, wie Unternehmer frühzeitig Anomalien und ungewöhnliche Verhaltensmuster im Firmennetzwerk erkennen. Vor allem aber gab es Tipps von Experten dazu, was passiert, wenn man gehackt wurde, wie man danach vorgeht und wie man es präventiv schafft, einer Kostenexplosion vorzubeugen. Hier eine kleine Zusammenfassung:

Meldepflicht innerhalb 72 Stunden


2019 wurden im ersten Halbjahr 138, 2020 160 und in diesem Jahr bereits 238 Hackerangriffe im Saarland gemeldet. Die Dunkelziffer ist weitaus höher, wissen Beamte der Kriminalpolizei, bei denen Strafanzeigen aufgenommen werden. Die Scheu, die bei vielen Unternehmen vorherrscht, Strafanzeige zu stellen ist fatal. Häufig nutzen Kriminelle die Zeit, recherchieren weiter im Netzwerk bis sie zu einem großen Angriff ausholen. Für Unternehmer ein Horrorszenario, viele lassen sich erpressen und bezahlen. Davon raten Kripo und Kontrollbehörden dringend ab. Angriffe müssen innerhalb von 72 Stunden offiziell bei der Datenschutzbehörde gemeldet und frühestmöglichst bei der Kripo angezeigt werden, gerne auch bei der 24-Stunden-Hotline, die von Experten zum Thema Computersicherheit betrieben werden. „Die Daten verschwinden schnell, und Beweise verflüchtigen ebenso schnell. Je früher wir vor Ort sind, desto schneller und mehr können wir finden“. Bei der Befürchtung vieler Unternehmer, dass der Betrieb geschlossen werde, können die Experten der Polizei schnell beruhigen: Der Betrieb kann auch während der Ermittlungen weitergeführt werden.


Prävention mit professioneller Unterstützung einfach gemacht


Die Spezialisten plädierten einstimmig für Prävention. Mitarbeiter müssten für das Thema sensibilisiert und nach Zielgruppen geschult, Notfallpläne erstellt werden. Mit Instrumenten der Künstlichen Intelligenz ist es heute möglich, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen, um Wahrscheinlichkeiten für Angriffe zu reduzieren. Eine Versicherung und professionelle Unterstützung, die im Notfall an der Seite der Unternehmer ist, gehörten zur Digitalisierung genauso dazu wie das Anschnallen im Auto. „Computersicherheit ist immer ein Wettlauf gegen das Verbrechen. Und deshalb muss das Thema zur Chefsache erklärt und vom Chef mit gutem Beispiel vorgelebt werden“.