Branchenforum bei Minitec: Automobilnetzwerke in Saarland und Lothringen verstärken Zusammenarbeit

17. Februar 2016



automotive.saarland und Aria Lorraine haben gemeinsam ein Branchenforum im Unternehmen Minitec in Schönenberg-Kübelberg veranstaltet. Über 60 Unternehmer aus Deutschland und Frankreich besuchten das Forum zum Thema Arbeitsplatzergonomie am Stammsitz des Profilsytem- und Anlagenlieferanten. Minitec führt auch ein Werk in Saargemünd in Frankreich, dessen Werksleiter Patrick Jaeck die binationale Kooperationsveranstaltung mitinitiiert hatte.

Bei einer umfassenden Unternehmensvorstellung durch Geschäftsführer Ulrich Wigand wurde klar, dass man im Hause Minitec eine klare Strategie bei der Entwicklung und Herstellung der Produkte fährt. Bei strikter Einhaltung des Baukastenprizips benötigt das Profilsystem weniger als 50 Profilquerschnitte für ein Anwendungsspektrum, das von ergonomischen Arbeitsplatz-Systemen über dynamische Linearachsen bis zu hochkomplexen Montagelinien der Solar- und der Automobil-Industrie reicht.

Minimaler Aufwand beim Aufbau des Arbeitsplatzes

Alle Profile, die für den Aufbau gebraucht werden, passen millimetergenau zueinander. Die Montage beliebiger Arbeitsplätze – seien sie noch so individuell verschieden – könne ohne Bohren und Schneiden von Gewinden erfolgen. Durch den patentierten MiniTec-Profilverbinder wird dadurch die Montagezeit auf ein Minimum reduziert. Das einzige Werkzeug für Montage und Demontage ist ein Sechskantschlüssel.

In einem technischen Vortrag zur Ergonomie an Arbeitsplätzen stellte Stéphane Coyen ein innovatives Projekt  in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM vor. Hierbei geht es um die flexible Gestaltung von Montage-Arbeitsplätzen in der Produktion vor dem Hintergrund der Entwicklung der Industrie 4.0. Für den Werker kann eine individuelle Arbeitsplatzgestaltung konstruiert werden, die beliebig komplexen Montagemethoden im Zusammenspiel mit unterschiedlich automatisierten Arbeitsabläufen – etwa Zuliefersystemen oder Roboterintegration – ermöglicht. Dabei können diese mit rückwärtiger Bestückung nach KANBAN inkl. integriertem pick-by-light System und adaptierfähiger Software-Module zur Ansteuerung beliebiger MES-Systeme versehen sein. Weitere Innovationen, die vorgestellt wurden, sind eine Wendearbeitsplatte und integrierbare Schwenkarm zur Heranführung handgeführter Maschinen, sowie Luft- oder Energiezufuhr.
In einem Unternehmensrundgang wurden sämtliche Herstellungsschritte der Produkte anschaulich vorgestellt. Im MiniTec-Showroom konnten Beispielarbeitsplätze und anlagentechnische Systemlösungen besichtigt werden. Diese reichten von einfachen höhenverstellbaren Montagearbeitsplatz, über Förderbandsysteme mit innovativer Antriebstechnik und individuellen Ein-und Ausschleuseverfahren etwa zur Beförderung von Lagerkisten, Halbzeugen oder Palettenware bis hin zu Förderbandspindeln um Höhen zu überwinden oder Transportkapazitäten zu puffern.

Gilles Untereiner, Geschäftsführer der französischen Außenhandelskammer informierte in seinem Vortrag die anwesenden Unternehmen zu den Herausforderungen einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, oder dem Aufbau von Filialen im jeweils anderen Land – wo doch durch kulturelle Unterschiede verschiedene Stolpersteine zu beachten sind.

Die zweisprachige Veranstaltung wurde simultan übersetzt und erhielt von den Teilnehmern viel Lob.  „Wir werden die enge Zusammenarbeit schon am 10. Mai mit einem Branchenforum bei Smart in Hambach fortsetzen“, sagt Dr. Pascal Strobel. Der Leiter des saarländischen Automobilnetzwerkes sieht in der grenzüberschreitenden Vernetzung - wie sein Kollege vom Automobilnetzwerk Lothringen, Vincent Carel - viele Ansätze, mit denen sich die Unternehmen noch stärker aufstellen können. Auch für der IAA 2017 haben die Automobilnetzwerke bereits eine Zusammenarbeit beschlossen.