Branchenforum Automotive zu Besuch bei ZF

Produktionsrekord, weitere Absatzsteigerungen, Automatisierung von Produktionsabläufen mit modernsten Technologien. Schlagworte, die den Erfolg des größten saarländischen Automobilzulieferers belegen. Wie der Stand beim Zukunftsthema Industrie 4.0 ist, konnte die saarländische Automobilindustrie bei einem Besuch, organisiert von automotive.saarland und der IHK, vor kurzem vor Ort und praxisnah erfahren.

 

16. April 2018


9200 Mitarbeiter beschäftigt ZF derzeit in Saarbrücken. Sie alle profitieren von der Digitalisierung, die im Werk zunehmend eingesetzt wird. ZF präsentierte am Beispiel Industrie 4.0., ein Thema, das alle Unternehmen flächendeckend beschäftigt, wo die massiven Vorteile der Digitalisierung liegen können. Konrad Schäfer, Betriebsingenieur bei ZF in Saarbrücken, einige Initiativen, die sowohl die Arbeit am Standort als auch im Gesamtkonzern vereinfachen, Arbeitsabläufe verbessern und die Belegschaft untereinander unterstützt und vernetzt.

 

Vereinfachung durch Vernetzung der Mitarbeiter weltweit, Wissensdatenbanken und Datenbrillen

„Fachkräfte aus unterschiedlichen Werken und Kontinenten können beispielsweise über Skype mit Hilfe ihrer I-Pods und Helmkameras ein Problem in der Produktion gemeinsam erörtern und lösen; die Kommunikation mit dem Standort Gray Court in South Carolina läuft sogar seit Kurzem über die Microsoft Hololens. So können selbst im Großen durch die neuen Technologien mehrere ZF Standorte zusammen geschaltet und gemeinsam Produktionsabläufe optimiert werden“, so Schäfer. Eine weitere Kostenreduzierung sieht er in der Möglichkeit, dass sich Maschinen von sich aus melden, wenn Wartungen anstehen oder Störungen drohen und mittlerweile auch den Zeitpunkt der Störung voraussehen können. Für die Mitarbeiter gebe es durch die wachsende Digitalisierung im Werk auch zunehmende Unterstützung: „Eine digitale Wissensbank ist für unsere Mitarbeiter permanent ansprechbar. Informationen, auch mit kleinen Videos untermalt, können einfach abgerufen werden, wenn Fragen oder Probleme bei der Arbeit auftauchen. Reichen die vorhandenen Antworten nicht aus, steht ein Experte im Hintergrund sofort zur Verfügung“. Mit Hilfe von Datenbrillen könnten Bilder und Texte direkt und zeitnah zur Frage eingespielt werden. Hermann Becker, Standortleiter von ZF ist es wichtig zu belegen, dass die zahlreichen Initiativen bei ZF die Belegschaft unterstütze und sie nicht ersetze. Gleichzeitig erfordere es aber in einem Hochlohnland wie Deutschland, dass Mitarbeiter hinsichtlich der neuesten Technologien bestmöglich qualifiziert werden müssten. Nur so könnten Industriestandorte wie das Saarland wettbewerbsfähig bleiben.

 

Kooperation mit Forschung soll saarländischen Wettbewerbsvorsprung ausbauen

Solche Realitäten, die vor kurzem noch Zukunftsvisionen waren, sind bei ZF unter anderem durch die Zusammenarbeit mit dem in Saarbrücken ansässigen Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) möglich geworden. Dr. Pascal Strobel, Leiter des Netzwerks automotive.saarland, hofft, dass zukünftige Kooperationen zwischen den renommierten Forschungsinstitutionen und der saarländischen Automobilindustrie den Unternehmen den entscheidenden Wettbewerbsvorsprung verschaffen werden.

 

Herausforderung: Einheitliche „Sprache“ aller Maschinen

Trotz der vielen guten Initiativen gibt es aber zukünftig auch noch zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen. „Langfristig sollen sich alle Maschinen vernetzen und untereinander kommunizieren. Noch sprechen sie aber unterschiedliche Sprachen“. Hier seien die Maschinenbauer gefragt, baldmöglichst einheitliche Lösungen zu finden, so Schäfer. Trotzdem: Dass ZF ist auf dem richtigen Weg in die Zukunft ist, zeigen die aktuellen Zahlen. Investitionen von 70 Millionen Euro und Absatzsteigerungen sprechen für sich.