Betriebsvereinbarung bei Bosch in Homburg

7. Mai 2020


Der Standort Bosch Homburg steht vor einer Betriebsvereinbarung, die eine Standortsicherung bis 2025 garantiert und Investitionen über 50 Millionen Euro in die Brennstoffzellentechnologie zusagt. Die Mitarbeiter verzichten im Gegenzug auf einen Lohnausgleich für eine über nächsten fünf Jahre stufenweise reduzierte Arbeitszeit. Das Werk wird seine Kompetenz im Bereich der Dieseltechnologie zudem auf den Nutzfahrzeugbereich konzentrieren. Dazu soll eine Produktionslinie für LKW-Komponenten aus den USA ins Saarland und Linien für PKW-Komponenten von Homburg aus in die Türkei verlegt werden.

 

Der Vereinbarung muss noch von der Homburger Belegschaft zugestimmt werden. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, Dr. Volkmar Denner, propagiert für die Zeit nach der Corona-Krise einen mutigen Einstieg in die Wasserstoff-Wirtschaft und in die eFuels-Produktion. Nur so könne seiner Einschätzung nach Europa bis 2050 klimaneutral werden: „Heutige Wasserstoff-Anwendungen müssen raus aus den Reallaboren und rein in die Realwirtschaft“. Denner appelliert an die Politik, die erforderlichen Technologien zu fördern. So seien auch ehrgeizige Klimaziele zu erreichen. Wichtig sei laut dem Unternehmenschef eine breite Technologieoffensive, die nicht nur einen batterieelektrischen Weg zu nachhaltiger Mobilität vorgibt, sondern neben effizienten Verbrennungsmotoren vor allem auch eFuels und Brennstoffzelle berücksichtige.

 

Zudem betont Denner: „Elektrische Lösungen im Zeichen des Klimaschutzes werden die bisher dominierende Verbrennertechnik im Auto zunächst nur ergänzen können“. Deshalb treibe Bosch die Weiterentwicklung der Antriebstechnik technologieoffen voran. Laut der Marktforschung von Bosch werden auch 2030 zwei von drei Neuwagen Diesel oder Benziner sein, mit oder ohne Hybrid. Das Unternehmen investiert daher auch weiterhin in hocheffiziente Verbrennungsmotoren. Der Diesel stoße mit der neuen Abgastechnik von Bosch nahezu kein Stickoxid mehr aus, wie unabhängige Tests bereits gezeigt hätten. Auch den Benziner entwickle Bosch konsequent weiter: Mit innermotorischen Maßnahmen und effizienter Abgasnachbehandlung könne der Partikelgrenzwert der Euro-6d-temp-Norm um etwa 70 Prozent unterschritten werden. Darüber hinaus wolle Bosch Marktführer in der Elektromobilität werden.

 

Nach der Corona-Pandemie bedingten Produktionsunterbrechung bereitet sich der Bosch-Konzern derzeit an weltweit fast 100 Bosch-Standorten auf den schrittweisen Hochlauf der Fertigung vor. „Mit einer verlässlichen Zulieferung wollen wir die langsam wieder steigende Nachfrage unserer Kunden bedienen und zu einer möglichst raschen Erholung der Weltwirtschaft beitragen,“ sagt Dr. Volkmar Denner. „Unser Ziel ist ein synchronisierter Hochlauf der Fertigung und die Sicherung der Lieferketten insbesondere in der Automobilproduktion. Für einen erfolgreichen Produktionsstart ergreift das Unternehmen laut Denner zahlreiche Maßnahmen, um einen angemessenen Schutz der Beschäftigten vor Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus sicherzustellen“. Zudem setze Bosch auf ein koordiniertes, gemeinsames Vorgehen mit Kunden, Lieferanten, Behörden und Arbeitnehmervertretern.