Autonomes Fahren: Saarländische Forschung mit führend in der Entwicklung

4. Mai 2017


Beim „Autonomen Fahren“ hat Deutschland die Nase vorne, weiß Prof. Wolfgang Wahlster, Leiter des Saarbrücker DFKIs (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz). Hier wird an der Zukunft der Automobilindustrie geforscht. In einem Interview mit der Saarbrücker Zeitung wird der international renommierte Wissenschaftler und Berater konkret: „Teilautomatisierte Autos, die Standardsituationen autonom bewältigen können, stehen für viele Marken schon kurz vor der Markteinführung. Ich bin sehr sicher, dass fahrerlose Autos in Deutschland produziert werden, denn deutsche Unternehmen haben weltweit die meisten Patente auf dem Gebiet des autonomen Fahrens. Für uns ist die Automobilindustrie ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig, so dass wir Leitanbieter bei Mobilitätslösungen der Zukunft sein wollen“. Wahlster geht weiter in die Tiefe: Die Technik und dort besonders die Softwareentwicklung macht enorme Fortschritte. Fahrsituationen werden heute schon eindeutig erkannt, richtig bearbeitet und der Computer reagiert auch richtig. Kurz: Zukünftiges autonomes Fahren wird sicherer sein. Weitere Vorteile: Weniger Staus und Unfälle durch dichtes Hintereinanderfahren: „Im Gegensatz zu menschlichen Fahrern sind diese nicht mit zwei Augen, sondern mit einer Vielzahl hochpräziser Sensoren versehen und auch über Funk ständig mit anderen Verkehrsteilnehmern und der Verkehrsinfrastruktur verbunden. Die Autopiloten reagieren blitzschnell, sind nicht abgelenkt, überlastet oder erschöpft. Die fahrerlosen Autos werden extrem defensiv fahren und auch keine Emotionen gegen andere Verkehrsteilnehmer entwickeln“, so Wahlster in der SZ.

 

Mehrere Entwicklungsschritte führen zum „Autonomen Fahren“

 

Was ist jetzt schon möglich? Heute fahren Autos mit automatisierten Hilfsfunktionen und unter Kontrolle des Menschen durch die Straßen. In mehreren Entwicklungsstufen wird es am Ende das autonome Roboterfahrzeug ohne die Kontrolle des Menschen geben. Etwa 2027, nimmt Wahlster an, wenn ein neues Mobilfunknetz störungsfreie Kommunikation garantieren könne, werde ein Fahrzeug eine Aufgabe wie eine längere Fahrt auf der Autobahn autonom unternehmen können. Im nächsten Entwicklungsschritt werde die Landstraße mit Gegenverkehr und dann erst die Fahrt im Stadtverkehr möglich sein. Für Extremsituationen wie das Fahren in Metropolen oder bei Extremwetter werden spezielle Softwarepakete verfügbar sein, die mit Trainingssimulationen aufwändig entwickelt werden. Das DFKI arbeitet auch an autonomen Zügen und Schiffen, die ähnliche Vorteile bieten und von der Forschung zu autonomen Autos profitieren können.