Automotive-Technologietag "3D-Druck im Fahrzeugbau"

28. April 2016


Ein volles Haus konnte Dr. Pascal Strobel, Leiter des Netzwerks automotive.saarland beim Automotive-Technologietag in der IHK Ende April begrüßen. Ein Beleg dafür, dass das Thema „3D-Druck im Fahrzeugbau“ genau richtig gewählt war.

Das sah auch Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer so. Sie forderte die Unternehmer auf, ihre Produktionskompetenzen mit neuen Technologien auszubauen. „Das Saarland ist ein starker Wirtschafts- und Wissenschaftsort für die Automobilbranche. Zahlreiche Innovationen sind auf dem Weg in die Umsetzung. Dafür muss die Branche zukunftssicher gemacht werden“. Als Hauptredner der Veranstaltung konnte automotive.saarland Jörg Spindler vom Automobilhersteller AUDI gewinnen. Der Werkzeugbauleiter des Weltkonzerns sieht viele Vorteile und großes Potenzial beim 3D-Druck: „Im Werkzeugbau können wir schon heute kostengünstiger, schneller und in einer hohen Qualität arbeiten“. Die Vision, ganze Fahrzeugteile mit der neuen Technologie zu produzieren habe er noch nicht, wohl aber werde die Fertigung von Kleinserienteilen oder die Reproduktion von Teilen bereits umfangreich betrieben. Wichtig sei eine intensive Kooperation mit der Forschung. Diese war vertreten durch Prof. Dr. Jürgen Griebsch, Prorektor für Forschung und Wissenstransfer der Saarbrücker Hochschule für Wirtschaft und Technik (htw saar). Er unterstrich die Ausführungen des AUDI-Managers: „Heute trifft die Vision noch auf die Realität. Die Erwartungshaltung ist groß, die Automobilindustrie ist Treiber dieser Entwicklung“. Vor allem in den leichten Kunststoffteilen sehe er großes Zukunftspotenzial. Auch in der Flugzeugindustrie, beim Militär und in der Medizintechnik seien additive Fertigungsverfahren bereits verstärkt im Einsatz. Prof. Dr. Oliver Thomas, Leiter des Lehrstuhls Informationsmanagement und Wirtschaftsinformatik der Universität Osnabrück, der 3D-Druck ebenfalls als erfolgreiche Zukunftstechnologie im Auge hat, fragte nach der Sicherheit der digitalen Daten. „Ein 3D-Drucker und die passenden Daten geben jedem Einzelnen die Möglichkeit, Teile zu reproduzieren“. Er sieht jedoch zahlreiche Geschäftsmodellinnovationen durch 3D-Druck. Produktionsprozesse könnten verbessert, neue Wertschöpfungspotenziale eröffnet werden. Im Vordergrund stehe der Kundennutzen. Einig waren sich alle Redner: „Wir müssen dran bleiben, damit nicht andere Länder und Regionen das Rennen machen“. Das Programm des Technologietages wurde komplettiert durch zahlreiche Workshops mit 3-Druck-Experten. So war der Technologietag von automotive.saarland die ideale Gelegenheit für die 160 Teilnehmer, sich intensiv in die Technologie zu vertiefen und Potentiale für die eigene Produktentwicklung und Produktionsprozesse im Unternehmen zu erkennen.


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