Automotive Day: Grenzüberschreitender Austausch immer wichtiger

1. Juni 2017


Unter der Federführung von automotive.saarland und ARIA Grand-Est organisierten die Automobil-Cluster der Großregion und die regionalen Büros des Enterprise Europe Network (EEN) wieder den jährlichen Automotive Day – seit einigen Jahren das zentrale Ereignis der Automobilindustrie in der Großregion, das abwechselnd in Lothringen, Luxemburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland stattfindet. Ziel ist, die Automobilindustrie der Großregion mit all ihren Akteuren zu verbinden, um sich im Wettbewerb mit anderen Regionen Europas und der Welt zu behaupten.

Es ging um viel auf dem Automotive Day, der diesmal in der Autostadt Saarlouis bei der Carlsson Fahrzeugtechnik GmbH stattfand. Es galt auszuloten, wie die Region Luxemburg, Wallonien, Rheinland-Pfalz, Saarland und Grand Est den Strukturwandel hin zu Industrie 4.0 gemeinsam schaffen kann. Die Zahlen, die Dr. Pascal Strobel, Leiter von automotive.saarland für die Großregion präsentierte, zeigten die Dimension: 2.500 Unternehmen, 450.000 Mitarbeiter und zwei Mio. Produkte. Und über 1.000 Unternehmen, die bereits in Automobilclustern vertreten sind. "Die zurückliegenden Jahre sind gekennzeichnet von einer beispiellosen technologischen Entwicklung, die Lebensgewohnheiten und Alltag stark verändert hat. Auch die Gewohnheiten und Standards in der Industrie müssen damit Schritt halten.", so der Netzwerkleiter. 

 

Der Leiter des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken, Prof. Dr. Philipp Slusallek, empfahl, neueste Forschungsergebnisse aus den Bereichen Dual Reality, Autonomes Fahren oder Computersicherheit mit Hilfe von Clustern und Plattformen direkt in die Unternehmen zu transferieren: „Das ist eine riesengroße Chance für den Standort.“

 

Grenzüberschreitenden Austausch intensivieren


Die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, und die Vertreterin der lothringischen Regierung, Brigitte Torloting, waren sich einig, die kleinen und mittleren Unternehmen bei der großen Herausforderung, die eine gesamte Branche verändert, gemeinsam unterstützen zu wollen. Experten der Großregion wie Dirk Bähre, Professor für Fertigungstechnik an der Universität des Saarlandes, mahnten in den Podiumsdiskussionen eine noch intensivere, grenzüberschreitende Kooperation zwischen den einzelnen Akteuren in Forschung und Wirtschaft an. Dabei müssten die Cluster, die in den einzelnen Regionen bereits vorhanden sind, Probleme der Wirtschaft identifizieren und mit Hilfe der Forschung Lösungsansätze finden.

Nichts geht aber ohne die Mitarbeiter. Technische Innovationen können nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn sie einhergehen mit dem Wandel der Arbeitswelt und der entsprechenden Qualifikationen, so der Tenor.

Im Zeichen der internationalen Vernetzung organisierte das EEN auch in diesem Jahr eine Kooperationsbörse, bei der sich 200 vorab „gematchte“ Teilnehmer trafen und erste Sondierungsgespräche führen konnten. Die Besucher des Automotive Days hatten auch Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen einiger großer saarländischer Automobilzulieferer zu werfen, u. a. bei Nemak, Nedschroef, Benteler und Ford.

Zufriedene Teilnehmer

Die Besucher des Automotive Day bewerteten die Veranstaltung als effizient, wichtig und die richtige Antwort auf die gestiegenen globalen Anforderungen der Branche. So wie Dr. Markus Jostock von der Wittlicher Arend Prozessautomation, der hofft, nun endlich mit dem französischen Markt in Kontakt zu kommen. Oder der Adrian Klein, IT-Manager bei der Saarbrücker DHC Dr. Herterich & Consultants GmbH, der weiß, dass Industrie 4.0 nur gelingt, wenn die traditionelle Automobilindustrie zukünftig eng mit der Informatikbranche kooperiert. Bernhard Stömich, Regionalgruppensprecher der Bundesvereinigung Logistik, ist zuversichtlich, dass solche Veranstaltungen die Industrie weiter motivieren werden, sich auf den digitalen Wandel einzustellen.