AgiloDrive2: Schaeffler treibt flexible und digitalisierte Produktion für E-Motoren voran

8. Dezember 2021


Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat als Konsortialführer mit 17 Partnern das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderte Forschungsprojekt AgiloDrive2 gestartet. Das Ziel des drei Jahre laufenden Projekts: die Entwicklung eines agilen und digitalisierten Produktionssystems mit modularem Produktbaukasten für innovative Elektromotoren. Weiter fokussiert AgiloDrive2 darauf, wie E-Motoren auf Grundlage datenbasierter Fertigungstechnologien, agiler Prozessketten und intelligenter Steuerungsarchitekturen flexibel, nachhaltig und wirtschaftlich gefertigt werden können. „Schaeffler ist Technologieführer im Bereich der E-Mobilität und zeichnet sich durch seine hohe Fertigungsexzellenz aus“, sagt Dr. Jochen Schröder, Leiter des Unternehmensbereichs E-Mobilität der Schaeffler AG. „Als Konsortialführer bringen wir unser langjähriges Know-how als Pionier in der E-Mobilität ein und treiben das Projekt mit starken Partnern maßgeblich voran. Digitalisierung und Automatisierung sind Schlüssel für die nachhaltige Fabrik der Zukunft und ermöglichen uns und unseren Kunden Chancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“ Die Erkenntnisse aus AgiloDrive2 sollen nach dem Projektende in kurzer Zeit in die E-Motoren-Fertigung an den Standort Bühl überführt werden, dem Headquarter der Sparte Automotive Technologies. Dort entsteht ein hochmodernes, weltweit führendes Leitwerk für die Fertigung von E-Motoren. Dem Projekt war bereits eine 1,5-jährige Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vorangegangen, die durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg gefördert wurde.

Agile Produktion für Schaeffler E-Motoren


Je nach Art des elektrifizierten Antriebsstrangs sind E-Motoren in ihrer Topologie technisch sehr unterschiedlich, etwa bezüglich Wicklungsart, Bauraum, Drehmoment, Dauerleistung sowie Betriebsverhalten. Schaeffler bietet E-Motoren über alle Elektrifizierungsgrade hinweg für Hybridmodule, Hybridgetriebe und rein elektrische Achsantriebe mit einem breiten Leistungsspektrum von 20 bis über 300 kW. „Auf die Variantenvielfalt sowie die Volatilität der Stückzahlen reagieren wir mit einer agilen Produktionsweise, die wir im AgiloDrive2-Projekt gemeinsam erarbeiten und validieren wollen“, sagt Thomas Pfund, Leiter Geschäftsbereich E-Motoren bei Schaeffler. Deshalb ist das Ziel, die Entwicklung eines wandlungsfähigen Produktionssystems im Sinne des Produkt-Produktion-Codesigns, mit dem eine enge Zusammenarbeit zwischen Produkt- und Produktionssystementwicklung forciert wird. „Statt starrer Produktionsstraßen setzen wir auf hochflexible digitalisierte und effiziente Technologie-Module. Diese sind einfach skalierbar, lassen sich flexibel konfigurieren sowie verketten und softwarebasiert rüsten.“ Dabei sollen standardisierte Maschinenanschlüsse, Hard- und Softwareschnittstellen sowie die Nutzung herstellerübergreifender Kommunikationsstandards eine Beherrschung der steigenden Komplexität ermöglichen und die schnelle Integration von Anlagen im Sinne des „Plug and Produce“-Ansatzes gestatten. Ein modularer Aufbau der Maschinen ermöglicht zugunsten der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit die Wiederverwendung der Produktionsausrüstung. Digitale Zwillinge erlauben eine effiziente Produktionsplanung sowie eine beschleunigte Inbetriebnahme, KI-Lösungen steigern die Qualität der Produkte und digitale Qualifizierungsmethoden erleichtern und beschleunigen das Einlernen von Mitarbeitenden.

AgiloDrive2: Starke Partner aus Industrie und Forschung


Das Forschungsprojekt AgiloDrive2 mit einer Laufzeit von drei Jahren und einem Gesamtvolumen von 33,7 Millionen Euro wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der Förderrichtlinie „Digitalisierung der Fahrzeughersteller und Zulieferindustrie“ gefördert und vom Projektträger VDI Technologiezentrum GmbH betreut. Schaeffler leitet als Konsortialführer das Projekt und hat die Gesamtverantwortung über die Forschungsaktivitäten. Daneben beteiligen sich 17 weitere Partner aus Industrie und Forschung: 4D GmbH, Braun Sondermaschinen GmbH, Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH, e-mobil BW GmbH, FormiKa GmbH, Gehring Technologies GmbH + Co. KG, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Koob Testsystems GmbH, KUKA AG, LTB Bachofer GmbH, Magnet-Physik Dr. Steingroever GmbH, pro-beam systems GmbH, SCHUNK GmbH & Co. KG, Siemens AG, STAHL GmbH & Co. KG, TRUMPF Laser GmbH, WAFIOS AG.