13. Unternehmertreffen: Saarländische Automobilindustrie plant ihre Zukunft

Ein weiterer Strukturwandel steht an. Der Wettbewerb wird schärfer, neue Antriebtechnologien werden entwickelt. Flexibilität, Geschwindigkeit und Agilität sind von der Wirtschaft gefordert. Beim Unternehmertreffen der Automobilindustrie erfuhren saarländische Unternehmen, was sich in der Branche tut und wo der Weg hinführen könnte.

 

29. März 2019


Wie geht es weiter in der Automobilindustrie? Mehr als 200 Vertreter von OEMs und Zulieferern hofften auf dem Unternehmertreffen in der IHK, organisiert von automotive.saarland, auf Antworten. „Es reicht nicht mehr zu produzieren“, so Ministerpräsident Tobias Hans, „Forschung und Technologietransfer müssen hinzu kommen“. Das Saarland sei dabei unter anderem mit dem gerade von ZF gegründeten Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und Computersicherheit auf dem richtigen Weg.

 

Ziel: Neue Mobilität, die den Kunden Spaß macht

Bernd Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), sieht deutsche Hersteller und Zulieferer als hoch innovativ und kompetent an: „Aber noch nicht schnell genug, um neue Entwicklungen auf die Straße zu bekommen“. Das bei saaris angesiedelte Branchennetzwerk automotive.saarland sei bei der Lösungsfindung sehr hilfreich. „Noch ist der deutsche Markt stabil, die Premiumprodukte stark nachgefragt. Dafür gibt es aber dauerhaft keine Garantie. Benötigt wird ein Spagat zwischen neuen Antriebstechnologien und Mobilitätsangeboten sowie der Vernetzung und Digitalisierung betriebsinterner Geschäftsprozesse“. Ziel müsse eine nachhaltige Mobilität und die Reduzierung des CO2-Ausstosses sein. Kurz, eine neue Mobilität, die den Kunden Spaß mache. Den Weg dahin macht Mattes an zwei Revolutionen fest. Im technischen Bereich müssten die Anzahl der Elektrofahrzeuge in den nächsten Jahren enorm gesteigert, Verbrennungsmethoden weiter optimiert, alternative Kraftstoffe entwickelt, Vernetzung, Digitalisierung und Automatisierung vorangetrieben werden. Gleichzeitig müsste die Vernetzung zur Nachhaltigkeit und Effizienz im Straßenverkehr sowie das Autonome Fahren bei der Nutzung vorangetrieben werden. Von der Politik forderte der frühere Ford-Chef im Werk Saarlouis ein Hand in Hand mit der Wirtschaft, eine funktionierende Infrastruktur und eine angemessene Förderkulisse. Langfristig würden seiner Meinung nach auch Batterie und Wasserstoff eine Rolle spielen.

 

ZF: 800 Millionen in hocheffiziente Hybrid-Automatgetriebe-Produktion

Wie gestalten erfolgreiche saarländische Unternehmen den Wandel? ZF investiert derzeit massiv in die Entwicklung alternativer Antriebe und in die werkseigene Digitalisierung. „Wir benötigen heute auch Softwarespezialisten, Fachkräfte, die man erst einmal vom Saarland überzeugen muss. 800 Millionen Euro investiert ZF in eine hocheffiziente Hybrid-Automatgetriebe-Produktion: „Hybridantriebe mit einer gesicherten Reichweite von 80 bis 100 Kilometern sehen wir als eine wichtige Säule des PKW-Antriebes in den nächsten Jahren“, so Vorstandsmitglied Michael Hankel. Auch er setzt auf die erfolgreiche Netzwerkarbeit von saaris, bei der die Automobilindustrie die zukünftigen Geschäftspartner aus dem Softwarebereich sowie junge Start-ups und Wissenschaftler trifft.

 

Chinesen geht es um Mobilität und Kommunikation

Stefan Peters, Geschäftsführer des Sportwagenbauers ISDERA gewährte den Teilnehmern des Unternehmertreffens einen tiefen Einblick in den chinesischen Automobilmarkt. Dort gebe es ganz andere Schwerpunkte und Geschäftsfelder als in Europa, so der Dienstleister für OEMs, hauptsächlich in China. „Es geht in China nicht darum, Automobilhersteller zu sein. Das Fahrzeug allein ist dort nicht wirklich interessant. Es ist eher das Kommunikationsmittel zur Außenwelt. Den Chinesen geht es um Mobilität und Kommunikation“. Beim Kauf entscheidend seien Design und Preis. Welche Antriebstechnologie gewählt werde, habe nicht die Relevanz wie sie in Deutschland bestehe.


Ansprechpartner

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Leiter Netzwerk automotive.saarland

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